Cedar Key (Sa, 29.12.2018)

Cedar key liegt auf einer Landzunge . Leider ist es heute neblig, sonst könnte man am Strand picknicken. So aber lassen wir uns von „Tonies“ bekochen. Das Essen besteht zum Großteil aus Frittiertem und ist einfach köstlich.

In Cedar Key ist es romantisch nebelig. Die Häuser sind alt und gemütlich. Man sieht unzählie Senioren auf Golfwäglechen durch die Stadt zuckeln. Hier, im Zentrum ist alles auf Besucher (also uns) ausgerichtet.

Alles ist noch weihnachtlich geschmückt.

Wir essen bei „Toni’s“ köstlichen Fisch.

 

Villa will i! (Fr, 28.12.2018)

Wir haben die Einfahrt gefunden und stehen staunend vor einem gut gepflegen Haus. Was wir in der Dunkelheit sehen, gefällt uns. Zunächst rätseln wir, wie wir reinkommen sollen. Ich will über Airbnb eine Meldung an unseren Vermieter Robyn schreiben. Wegen der hohen Roamingkosten habe ich mein Internet tagsüber deaktiviert. Nun schalte ich es ein und schon – pling! – kommt eine Nachricht: Robyn erklärt, wie man den Schlüsselsafe öffnen kann und welches Passwort das WLAN hat.

Drin eine große Überraschung: Das Haus ist top in Schuss und voll ausgestattet. Die große Küche hat einen riesigen Kühlschrank, Herd, Mikrowelle, Toaster, Kaffeemaschine und natürlich einen Müllschlucker im Abwaschbecken. Man wirft ein Stück Biomüll rein, drückt auf den Schalter hinter der Abwasch, es macht einen Riesenradau  – und futsch ist der Biomüll.

Der Esstisch ist groß genug für uns sechs. Er ist ungewöhnlich hoch. Für vier Personen gibt es passend hohe Stühle dazu. Die beiden Übriggebliebenen müssen sich auf einem der Verandastühle dazu setzen, die deutlich niedriger sind. Auch mit ein paar Polstern sieht man von den darauf sitzenden nur den Kopf und die Schultern über die Tischplatte ragen. Das sieht lustig aus und erinnert mich lebhaft an die Zeit, als Lukas und Andreas beide noch deutlich kleiner waren als ich. Lang ist’s her…

Das große Schlafzimmer hat ein eigenes geräumiges Bad mit getrennter Dusche, Badewanne, WC und zwei Waschbecken. Die beiden kleineren Schlafzimmer teilen sich ein gemeinsames Bad, ebenfalls mit WC und Dusche.

Das Wohn-Esszimmer wird vom Sofa dominiert. Darauf lässt sich hervorragend lümmeln, während wir am großen Flatscreen TV das amerikanische Pendant zu „Ups die Pannenshow“ sehen.

Wie in den USA üblich, steht jeder, der die Schwelle des Hauses überschreitet, sofort im Wohnzimmer. Und versinkt dort fast bis zu den Knien im Teppichboden. Die zweite Art das Haus zu betreten, ist durch die Doppelgarage, ebenfalls direkt ins Wohnzimmer. Und nun rate dreimal, wohin man von der Veranda kommt: Genau – ins Wohnzimmer.

Das Haus liegt sehr gut. Der Supermarkt ist nur wenige Autominuten entfernt. Zum Rainbow Springs Naturpark ist es nur ein Katzensprung, zu den Manatee Springs und zum Meer sind es etwa 20 Minuten. Shoppen kann man in der nächstgrößeren Stadt Ocala, etwa eine halbe Autostunde entfernt.

Wir leben uns rasch ein. Jedes Paar kocht abwechselnd oder räumt den Geschirrspüler ein und aus. Kira lernt am Abend für ihr Studium, Kerstin und Andreas spielen gerne mit Doris und mir „Boggle“, das ist ein Spiel, bei dem man aus 16 erwürfelten Buchstaben möglichst viele verschiedene Wörter bilden muss. Morgens frühstücken wir gemeinsam Porridge (Haferbrei), Eier mit Speck und Toast. Lukas kocht Tee, Doris Kaffee. Es herrscht emsige Betriebsamkeit. Wir fühlen uns wohl in unserer Villa, die für drei Tage uns gehört.

Nordwärts! (Do, 27.12.2018)

Langsam ändert sich die Vegetation. Kiefernwälder dominieren, Palmen und Farne kommen nur noch sporadisch vor. Der Boden ist sandig. Es erinnert mich an die obere Adria.

Das Grundwasser kann hier nicht tief unter der Oberfläche verborgen sein, alle paar Minuten sieht man Tümpel im Wald. Uns fällt auf, dass die Häuser auf der Rückseite alle eine Art Voliere haben, wie man sie aus den Zoos kennt. Bitte nicht füttern? Die Erklärung ist die feuchte Umgebung: im Sommer muss es hier von Millionen Mücken nur so wimmeln. Das fest gespannte Fliegennetz ist die einzige Möglichkeit, unaufgefressen im Freien zu sitzen.

Von den Everglades geht es fast 5 Stunden lang nach Norden. Wir wollen noch vor dem Dunkelwerden in unserem nächsten Ziel sein: Dunnellon. Man betont es auf der zweiten Silbe: DuNELLon. Wer es nicht kennt: es liegt gleich hinter Homossassa Springs. Stattliche Gestüte wechseln sich mit heruntergekommenen Häusern ab, von denen die Farbe blättert. Viele Schwarze wohnen hier. Das Klischee lebt.

Wir haben die Route entlang des Meeres gewählt. Zweimal überqueren wir Buchten über lange Brücken. Drei Pelikane nutzen den Aufwind an der Betonkante und segeln knapp über unseren Autos kilometerweise hin und her. Ein alter VW Bus blubbert vor uns dahin. Es ist Rushhour, die Amerikaner fahren heim. Das wollen wir auch.

Die Gegend ist erstaunlich ländlich geprägt. Große Rinder- und Pferdekoppeln säumen den Weg. Frisches Heu in riesigen runden Ballen wird zum Verkauf angepriesen. Wir bleiben stehen, ich knipse ein paar Bilder einer Rinderherde. Neugierig blicken die Tiere zu uns herüber und kommen interessiert ein paar Schritte näher.

Die Weide ist saftig grün. Dass das so bleibt, dafür sorgt ein riesiger Bewässerungsbalken auf Rädern, der bei Trockenheit zum Einsatz kommt. Eine Frau in einem Shop erzählt mir (nach der obligatorischen Frage, woher wir kommen), dass Florida einen „lovely summer“ hinter sich hat, regenreich, man musste die Vorgärten gar nicht bewässern.

Die Strecke wird leicht hügelig (oder wie die Floridians es empfinden: gebirgig). Ich sehe am GPS nach: wir sind gerade 14 Meter über dem Meeresspiegel. Einzelne Bäume säumen die Straße, von denen Farne wie Lametta hängen. Man kennt das aus „Vom Winde verweht“.

Es ist doch schon dunkel geworden, als wir in Dunnellon ankommen. Das Navi lotst uns an einem großen Supermarkt vorbei durch ein Kiefernwäldchen. Zuerst fahren wir an der Einfahrt vorbei, dann finden wir unser neues Domizil doch. Wir sind müde und nehmen nur noch einen kleinen Imbiss zu uns, bevor wir ins Bett plumpsen.

Ruhiges Treiben (Fr, 28.12.2018)

Wir lassen uns treiben. Es ist friedlich. Leise gluckst das kristallklare Wasser unter unserem Kajak.

In Amerika herrschen Gegensätze vor. Einerseits ist alles verbaut, von Straßen durchzogen, künstlich. Andererseits findet man an allen Ecken einen Naturpark, in dem jeder künstliche Eingriff verboten ist. So wie hier, im Rainbow Springs Park am Rainbow River, nur wenige (Auto-)Minuten hinter unserem Domizil. Ich glaube fast, umgekehrt wird ein Schuh draus: weil es hier viel zuviel offenes Land gibt, um es wie bei uns pflegen zu können, erklärt man gewisse Landstriche zu Naturparks und lässt sie still vor sich hin leben.

Wir haben uns drei Kajaks bei Steve gemietet. Gemeinsam mit anderen Touristen besteigen wir einen alten Schulbus und werden zum Startpunkt drei Meilen flussaufwärts gebracht. Ein netter junger Mann hilft uns ohne nennenswerte Begeisterung, trockenen Fußes (und Hosenbodens) die Kajaks zu Wasser zu lassen.

In den ersten Minuten kämpfen wir damit, die Steuerung zu lernen. Wir fahren mal nach links, dann wieder nach rechts, dann stecken wir mit der Schnauze im Schilf. Aber langsam wird es und nach einer Viertelstunde paddeln wir wie die Profis.

Man hat uns geraten, ein Stück flussaufwärts in den Park zu fahren. Das war ein sehr guter Tipp. Hier ist es so friedlich. Am Ufer stehen bleiche kahle Bäume, von denen die aus den Südstaatenfilmen bekannten Bärte hängen. Aus dem Wald dringen heisere schnarrende Schreie der Vögel. Das Wasser ist kristallklar und gar nicht kalt. Viele Besucher schnorcheln hier.

Wenn man genug vom Paddeln hat, lässt man sich einfach treiben. Wir genießen die Stille in der Sonne.

Aus Sicherheitsgründen habe ich heute die große Kamera zuhause gelassen und führe nur die wasserdichte GoPro mit. Wie sich zeigt, war wäre das gar nicht nötig gewesen, weil nur hie und da ein paar Spritzer Wasser ins Boot dringen, aber Vorsicht ist die Mutter der Weisheit (und einer funktionierenden Kamera).

Wir fahren an einer Rampe vorbei, von der in den Sommermonaten die beliebten Reifentouren starten. In großen Schwimmreifen kann man von hier gemütlich bis zur Mündung des Rainbow Rivers in den Withlacochee River treiben, wo auch unser Ziel liegt. Im Sommer, so erzählt Steve, unser Kanuvermieter, sind oft bis zu 5000 Personen gleichzeitig am Fluss. Heute ist es fast menschenleer.

Das hindert uns aber nicht daran, gleich zu Beginn (wo wir die Steuerung noch nicht so intus haben) ein anderes Kanu zu rammen. Die Asiatin am Steuer entschuldigt sich lächelnd tausend mal.

Kira paddelt aufgeregt daher. „Wir haben ein Krokodil entdeckt“, flüstert sie. Wir folgen ihr.

Tatsächlich, aus dem Dickicht starren uns zwei kalte Augen an. Die Süßwasserkrokodile (oder Allgatoren, was weiß ich) hier sind für Menschen ungefährlich. Das heißt nicht, dass sie nicht kräftig und schmerzhaft zubeißen könnten, wenn man sie sekkiert. Aber im Vergleich zu den massigen Exemplaren, die wir in den Everglades gesehen haben, wirken diese hier direkt herzig.

Zuvor habe ich mehrfach die GoPro ins Wasser gehalten. Ab diesem Zeitpunkt unterlasse ich das.

Entspannt paddeln wir dahin. Am rechten Ufer stehen stattliche Villen. Alle mit eigenem Bootsteg und großen Warnschildern: „Private Property, trespasser will be prosecuted“. Auch hier haben alle Häuser eine Art Voliere über die Veranda gespannt. Im Sommer sind die dichten Fliegennetze sicher die einzige Rettung vor den Millionen hungriger Moskitos am Wasser. Die fressen dann eben die Touristen, wenn es die Krokodile schon nicht tun.

Nach über drei Stunden am Fluss landen wir wieder bei Steve. Ein weiterer junger Mann hilft uns aus dem Wasser. „Where do you come from?“, fragt er uninspiriert und hat unsere Antwort schon im selben Augenblick wieder vergessen. Lukas ist Kavalier und hebt seine Kira aus dem Fluss. Ich passe.

Keine fünf Minuten, nachdem wir aus dem Wasser gekommen sind, beginnt es heftig zu regnen.

Nach dem ruhigen Ausflug folgt das Kontrastprogramm: Einkauf bei Walmart. Die Gänge sind so breit angelegt, dass zwei dicke Amerikaner aneinander vorbeigehen können, ohne aneinander anzustreifen. Wir kaufen alles Nötige für das Nachtmahl ein und ergreifen die Flucht. Daheim kochen uns heute Kerstin und Andreas das Nachtmahl. Es gibt Tacos, gefüllt mit Faschiertem und pikanter Gemüsesalsa. Hungrig hauen wir rein.

Am Abend spielen wir noch kurz Würfeln und Boggle und fallen dann müde ins Bett.

Swamp Buggy und Tiger (Do, 27.12.2018)

Jimbo lacht, als er vom kleinen Bär erzählt. Hier auf diesem Baum sieht man noch deutlich die Kratzspuren seiner Krallen, fast bis hinauf zum Wipfel reichen sie. „Wenn Dich ein Schwarzbär verfolgt, flüchte lieber nicht auf einen Baum“, sagt er und lacht wieder.

Jimbo ist unser Fahrer/Tourguide im Swamp Buggy. Sein freundliches Gesicht hat eine rotbraun gegerbte Farbe. Er erzählt von der Python, die man 2011 hier gefangen hat. Sechs Meter lang war sie. In ihrem Bauch fand man ein komplettes Reh, 45 Pfund schwer. Das sei das Problem, sagt Jimbo, die fressen alles, haben aber selbst keine natürlichen Feinde, weil sie hier nicht heimisch sind. Man hat die Herkunft der gefangenen Riesenschlange bis zu einer Schlangenfarm zurückverfolgt, die die Tiere an Privatleute weiterverkauft. Wenn sie denen zu groß werden, lassen sie sie häufig einfach in den Everglades frei.

Der Bedrohung durch artfremde Tiere ist kaum beizukommen. Im Everglades Naturpark sind überhaupt keine Fahrzeuge erlaubt und zu Fuß hat man in dem rund 1 Million großen Dickicht so gut wie keine Chance. Bei den Pythons bilden vor allem die Weibchen die größte Bedrohung. Zweimal im Jahr legen sie etwa 60 Eier.

Man hat einen schlauen Weg gefunden, sie zu finden. Man stattet Pythonmännchen mit Funkchips aus, mit denen man sie orten kann. Sobald zwei oder mehr Männchen an einem Punkt zusammenkommen, weiß man, dass sich dort ein paarungsbereites Weibchen befinden muss.

Der Swamp Buggy ist eine Art Geländefahrzeug auf hohen Beinen. Wir befinden uns im Cypress National Park, in dem Fahrzeuge erlaubt sind. Die halbstündige Tour führt uns zunächst durch schilfbestandenes Wasser. Jimbo weist uns auf ein paar Palmen in der Ferne hin. Das sei eine Insel, sagt er. Dort rasten die Tiere im Trockenen.

Die Tierwelt ist erstaunlich vielfältig. Neben Wasserbewohnern findet man hier sogar Rehe, Bären und braune Panther.

Die Fahrt geht weiter durch einen Pinienwald. Hier ist im Sommer alles überschwemmt. Wo wir jetzt das Farn am Boden sehen, schwimmen in einem halben Jahr Fische. Auf den Ästen wachsen Bromelien, die man bei uns in den Baumärkten zu kaufen bekommt. Sie lassen sich nicht züchten, sondern werden von den Bäumen gepflückt.

Eine Schlingpflanze rankt sich um ihren Wirtsbaum wie die Riesenschlange aus der Erzählung vorhin.

Jimbo weist uns auf einen Baum hin, dessen bodennaher Seitenast parallel zum Stamm wächst. Das haben die hier ansässigen Indianerstämme früher als Wegweiser gemacht. Man hat den untersten Ast mit Erde überdeckt, woraufhin er senkrecht nach oben zu wachsen begann. So fanden die Indianer von Signalbaum zu Signalbaum ihren Weg.

Jimbo zeigt uns eine Jagdhütte der Indianer, die mit Schilf gedeckt ist. Im Wald sehen wir auch einen Jagdunterstand der weißen Krokodiljäger. Die Tiere wurden bis in die 60er Jahre bejagt und beinahe ausgerottet. Seit damals stehen sie in der Wildnis unter strengem Schutz und dürfen nur noch in Alligatorenfarmen zur Nutzung von Leder und Fleisch gezüchtet werden. Es gab sogar Auflagen, dass ein gewisser Prozentsatz an Tieren ausgewildert werden muss. So hat sich der Bestand wieder erholt.

In einem Gehege am Ende der Tour sehen wir einen massigen Alligator. Das war das Haustier einen von Jimbos Kollegen, der damit in die Schulen ging und jungen Leuten die Tiere näherbrachte. Der Kapitän ist vor ein paar Jahren gestorben, seither lebt das Tier hier bei Jimbo. Man kann es nicht mehr auswildern, weil es die Scheu vor Menschen verloren hat.

Man warnt uns ausdrücklich davor, Krokodile zu füttern. Sobald man das einmal macht, assoziieren sie Menschen mit Futter und werden zur Gefahr. Sie kommen dann näher und erwarten, dass man Futter für sie dabei hat. Falls nicht, wird man eben selbst zum Krokodilfutter…

Jimbo lacht herzlich, als er uns von jenem Touristenführer erzählt, der ein Krokodil durch Schlagen mit der flachen Hand auf die Wasseroberfläche anlockte. Das Krokodil kam und riss ihm die Hand ab – direkt vor zwei vollbesetzten Touristenbooten. Zu allem Überfluss musste der arme Mann auch noch ins Gefängnis, weil er gegen das Fütterungsverbot verstoßen hatte. „Ich denke, er hat seine Lektion gelernt“, gluckst Jimbo.

Der Ausgangspunkt der Tour liegt an dem langen Kanal, der sich entlang der Straße erstreckt. Im Gewirr der Wasserwege ist er auf verschlungenen Pfaden mit dem Meer verbunden. Die Oberfläche kräuselt sich. Ein Krokodil? „Look, a manatee!“, ruft Jimbo. Eine Seekuh mit ihrem Jungen ist vor dem kalten winterlichen Ozean ins Hinterland geflüchtet. Ab und zu sieht man ihre Nasenlöcher kurz an der Oberfläche, bevor sie wieder abtaucht und am Boden grast. Manatees verlassen das Wasser Zeit ihres Lebens nie.

Nach der Tour besuchen wir noch das kleine Besucherzentrum auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Hier könnte man auch Airboat Fahrten machen, aber die Wartezeit wäre zu lang. Wir müssen heute noch weit fahren. Hinter dem Shop stehen ein paar Käfige mit Raubkatzen darin. Jimbo hat uns erzählt, dass die Tiere hier zur Pflege aufgenommen wurden, weil sich ihre vorherigen Besitzer von ihnen trennen wollten oder mussten.

Artgerechte Haltung ist anders. Betonboden, Maschendrahtzaun. Die Katzen können sich zumindest ein paar Schritte bewegen. In einem Käfig humpelt ein Panther. Seine rechte Vorderpfote bereitet ihm sichtlich Schmerzen. Er blickt mich mit seinen bernsteinfarbenen Augen an und maunzt kläglich wie eine kleine Katze.

Im Käfig daneben sind zwei sibirische Tiger, ein weißer und ein oranger. Im dritten Käfig liegt ein Löwe und ignoriert uns mit aristokratischer Würde.

Mir fällt Rilkes‘ „Der Panther“ ein:

Sein Blick ist vom Vorübergehen der Stäbe
so müd‘ geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte, 
der sich im allerkleinsten Kreise dreht, 
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte, 
in der betäubt ein großer Wille steht. 

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille 
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein, 
geht durch der Glieder angespannte Stille – 
und hört im Herzen auf zu sein. 

Everglades (Mi, 26.12.2018)

Wir fahren weiter nach Westen. Ich nutze die Zeit, um an meinem Blog zu arbeiten. Mit meinem neuen Laptop geht das wirklich komfortabel. Ich tippe die Texte vom 24.Dezember bis heute.

Entlang der schnurgeraden Straße von Miami nach Westen durch die Everglades zieht sich ein Wasserkanal, ebenso schnurgerade. Hier finden sich alle paar Kilometer Anbieter für eine Airboat Tour. Wir werden vielleicht morgen darauf zurückkommen. Heute verzichten wir darauf, weil noch rund zwei Stunden Fahrt bis zum nächsten Quartier vor uns liegen und die Sonne in maximal 90 Minuten verschwunden sein wird. Wir wollen den Loop Road Trail abfahren, der sich rund 20 km weit durch die Everglades zieht.

Natürlich übersehen wir die Abzweigung, Andreas fährt uns hinterher. Als wir unseren Irrtum erkennen, nutzt Lukas eine der offenbar dafür angebrachten Pannenstellen, um das Auto zu wenden.

Dieser Scenic Drive ist toll. Es fahren hier kaum Autos, die Straße ist nur geschottert. Zu Beginn stoßen wir noch auf protzige Bungalows, die aber schon bald den Mangrovenwäldern weichen. Auf der von uns links (= südlich) gelegenen Inselhälfte zieht sich ein tiefer Graben. Die vom Loop Road Trail aus gesehene rechte Hälfe ist mit der anderen Hälfte über kleine Entlastungsgerinne vebrunden. Über die Verbindngsrohre wurde oben eine kleine Brücke darüber gebaut. Von hier hat man einen guten Ausblick auf das Wasser und tatsächlich: Schon bei der zweiten Brücke steht eine Menge Menschen und feiert lautstark. Man hat ein Krokodil entdeckt. Es sieht angepisst aus durch den Lärm der Besucher. So kann es die Jagd wirklich vergessen.

Fast eineinhalb Stunden lang sind wir auf der staubigen Piste unterwegs. Hin und wieder bleiben wir stehen. Weiße Reiher staksen durch das seichte Wasser und suchen zwischen den bleichen Bäumen nach Beute. Erstaunlich viele Bäume sehen abgestorben aus, ihre bleichen Gerippe erstrecken sich endlos bis zum Horiont und verschwimmen zu einer Art Nebel.

Doris erlebt den Schreck ihres Lebens. Sie mach ein Foto von einem grauen Reiher, als sie plötzlich ein lautes Platschen zusammenfahren lässt. Es klingt wie ein Krokodil, das sich auf sie stürzen möchte. In Wirklichkeit sind nur ein paar große Vögel aufgeflogen.

Langsam fällt die Dämmerung ein. Wir stellen uns vor, was wohl passieren würde, wenn wir am Auto eine Panne hätten und die Nacht hier verbringen müssten. Wir würden uns nicht mal zum Klogehen raus trauen. Gottseidank bleibt das Auto heil und wir erreichen unbeschadet den Highway. Davor sehen wir noch große schwarze Vögel auf einem Baum hocken. Es könnten Geier sein. Sie sehen hungrig aus. Nun sind wir doppelt froh, dass das Auto funktionert!

Es ist schon dunkel, als wir unser Hotel in Naples erreichen, in dem wir für eine Nacht Rast machen. Die Jugend ist noch hungrig und fährt weiter zu Pizza Hut, die beiden reiferen Reisenden sind nur noch müde und gehen schlafen.

Flippers Flosse (Mi, 26.12.2018)

Grau in grau begrüßt uns der Mittwoch. Ganz leicht nieselt es sogar, aber nur kurz. Das Meer hat eine ungesunde grünlichbraune Farbe angenommen, aber die Wellen sind trotz Wind nur ganz klein. Heute heißt es Abschied nehmen von Captain Pip und Marathon.

Schon nach einer halben Stunde wartet unser erstes Etappenziel: das Dolphin Research Center, eine Forschungseinrichtung über Delphine.

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(Foto © Dolphin Research Center)

Gegründet wurde sie von einem Vietnam-Heimkehrer. Heute werden in der Einrichtung Delphine und Seelöwen erforscht. Die Tiere haben die Möglichkeit, ins Meer zu schwimmen. Ganz ausgewildert werden sie jedoch nicht, weil sie in Gefangenschaft geboren wurden und nie das Jagen erlernt haben.

Die Tiere, die in freier Wildbahn um die dreißig Jahre alt werden, leben hier oft doppelt so lang. Man nutzt ihren natürlichen Spieltrieb, um mit ihnen zu arbeiten und ihnen Tricks beizubringen. Auch ernsthafte Forschung wird betrieben. Man untersucht zum Beispiel, ob sie Sinn für Mathematik haben, indem man ihnen zwei Tafeln mit Punkten (angeordnet wie auf einem Würfel) zeigt und fragt, welche Tafel weniger Punkte zeigt. Bei Erfolg gibt es einen Fisch.

Man hat auf diese Weise herausgefunden, dass auch Delphine eine Abneigung gegen Mathematik haben können. Während manche von ihnen motiviert mitmachen, gibt es einen, der über 80% falsche Antworten gibt. Würde er raten, müsste er etwa 50% richtig haben. So nährt sich aber der Verdach, dass er absichtlich alles falsch macht, um in Ruhe gelassen zu werden.

Kerstin und ich buchen das „Meet the Dolphin“ Programm. Das ist eines der Highlights, das hier angeboten wird. Weitere wären das Schwimmen mit Delphinen, das Spielen mit Delphinen oder sogar das ganztägige Programm, bei dem man einen der Trainer begleiten darf. Ich beobachte ein etwa 12jähriges Mädchen, dass mit einer der Trainerinnen auf der kleinen Plattform kniet und mit dem Delphin spielt. Ernst befolgt sie die Anweisungen der Erwachsenen neben sich.

Meet the Dolphin bedeutet, dass man das Tier kurz am Rücken streicheln und seine Flossen reiben (ihm „die Hand schüttel“) darf. Gespannt folgen wir der Trainerin zur Plattform.

Es ist für mich ein sehr aufregendes und zugleich vollkommen friedliches Erlebnis. Diese Tiere strahlen Ruhe aus. Dazu passt der Name des Delphins: Pax (weil er zu Ostern das Licht der Welt erblickte).

Die Trainerin hat einen weißen Stab mit dem „Peace“ Symbol in der Hand. Sie erklärt, dass jedes Tier sein eigenes Symbol hat, mit dem man es rufen kann. Wir sind sieben Leute: Eine Familie mit fünf Personen und Kerstin und ich. Wir beide dürfen beginnen. Wir steigen ein paar Stufen hinunter zu einer kleinen weißen Plattform von etwa vier mal vier Meter. Die Trainierin weist uns an, uns hinzuknien und eine Hand flach auf das Wasser zu legen. Sie bläst in ihre Trillerpfeife. Das Wasser kräuselt sich. Von links kommt Pax und schwimmt so unter unserer Hand durch, dass sie seinen Rücken entlang streift.

Er greift sich warm und fest an. Ich habe das Gefühl, einen durchtrainierten Body zu berühren. Die Haut hat die Konsistenz von nassem Leder und ist vollkommen straff. Einen Delpin zu berühren, erzeugt eine sehr friedliche Stimmung. Jeglicher Stress ist vergessen. Die Aura des Tiers hüllt mich ein.

Noch ein zweites und ein drittes Mal schwimmt Pax unter unseren Händen durch. Kerstin strahlt. Ich auch. Aus den Augenwinkeln nehme ich wahr, dass eine lange Reihe von Besuchern vom Rand des Beckens zuschaut, was wir machen. Es ist uns egal, wir sind auf die Begegnung mit Pax konzentriert.

Die zweite Runde bildet der Handshake. Dieser Ausdruck passt, weil Delphine in ihren Flossen noch alle Fingerknochen besitzen. Wir sollen unsere Hände köperbreit voneinander entfernt mit senkrecht aufgerichteten Handflächen vor uns halten. Pax kommt, hievt sich halb aus dem Wasser und reibt seine Flossen an meinen Händen. Auch hier das Gefühl, ganz feines, nasses Sandpapier zu berühren. Pax blickt mich mit seinen dunklen Augen ernst und ruhig an. Durch die Form ihres Mauls sehen Delphine immer ein wenig so aus, als würden sie grinsen. So reibt er also scheinbar lächelnd seine Flossen an meinen Händen. Ich sage etwas zu ihm, was genau, habe ich wieder vergessen. Er dagegen ist ganz still. Dabei schnarren, zirpen, schnattern oder pfeifen Delphine gerne, wie ich zuvor bei anderen Tieren gesehen habe.

(Fotos © Dolphin Research Center)

Viel zu schnell sind die paar Minuten vergangen. Ich bin aus tiefstem Herzen gut aufgelegt, als wir wieder zurück zum Wagen gehen, um unsere Fahrt in den Norden fortzusetzen.

Profikrokodile (Mi, 26.12.2018)

Kira hat von einer Krokodilfarm gelesen, wo man auch Babykrokodile streicheln kann. Wie soll man so einem Angebot widerstehen? Wir planen also einen Abstecher dorthin ein.

Lukas fährt den Minivan, in dem auch Doris und ich sitzen. Andreas und Kerstin folgen uns im PKW.

Die Kroko-Farm liegt direkt am Rande von Miami.Ein bärtiger, dicker Mann mit schmutzigem T-Shirt und Baseballmütze fährt im Golfwagerl über den Parkplatz und bedeutet den Ankommenden, wo etwas frei ist. Der Parkplatz ist gerammelt voll, der Kassenbereich ebenfalls. Es werden mehrere Shows angeboten. Alligatorenshow, Schlangenshow, Fütterung. Außerdem kann man in großen Airboats (das sind die mit dem großen Propeller hinten dran) fahren. Wir entscheiden uns für den normalen Eintritt.

Das Ganze könnte man am ehesten als Touristennepp bezeichnen. Es handelt sich um eine Tierzucht aus Gründen der Leder- und Fleischerzeugung, die man zusätzlich besichtigen darf. Die Gehege sind groß und sehen gepflegt aus. Der Umgang mit den Tieren vor Publikum ist dagegen respektlos. Bei der Alligatorshow schleift ein Muskelmann (Typ Wrestlingbösewicht) eine etwa drei Meter lange Echse am Schwanz durch die Manege. Dann sitzt er auf ihrem Rücken und legt seinen Kopf oben auf das geöffnete Maul. Das Publikum johlt. Der Alligator wäre bestimmt lieber anderswo.

Dann die Sache mit dem Streicheln der Babykrokodile. Es hat leider so gar nichts heimeliges oder zärtliches. Ein etwa 40 cm kleines Krokodil wird den Besuchern nacheinander in die Hand gelegt. Damit es nicht beißt, ist sein Maul mit einem schwarzen Band umwickelt. Die Leute machen Selfies und lachen. Wäre das Krokodil zu menschlichen Regungen fähig, es würde garantiert weinen.

Wir verzichten dankend auf das Streicheln und streben dem Ausgang zu. Dort begegnet uns ein junger Mitarbeiter der Farm. An seiner linken Hand fehlen ihm alle seine Finger…

 

Kanonen im Fort (Di, 25.12.20189

Zumittag wird es richtig heiß. Andreas hat von einem Fort gelesen, das er gerne besichtigen möchte. Der letzte Teil des Weges geht über eine freie Fläche ohne Schatten, bevor man den kühlen Park der Anlage erreicht. Es stellt sich heraus, dass der Weg doch weiter war, als es auf der Karte den Anschein hatte. Unseren Damen ist heiß und sie sind durstig. Die Gespräche werden stiller. Erst im Park erwachen langsam wieder die Lebensgeister.

Die Anlage stammt aus der Zeit, als Florida der 27. Bundesstaat der USA wurde. Man errichtete es zur Verteidigung der Südostküste gegen die Mexikaner und zur Bekämpfung der Piraterie. Mit dem Bau begonnen wurde 1845. Damals hatte sie ein Stockwerk mehr als heute. Man hat es nach dem ersten Weltkrieg abgerissen, weil Festungen mit Kanonen nicht mehr den Erfordrnissen entsprachen. Der trapezförmige Grundriss ist aber immer noch derselbe. Meterdicke Ziegelmauern vermitteln trotzige Wehrhaftigkeit. Die Anlage hatte angeblich die stärksten und schwersten Kanonen von ganz Amerika. Es exstieren Fotos, bei denen ein Mann aus der Kanonenröhre lacht. Weil sie zu schwer zum Abtransport waren, hat man einige Kanonen im 20.Jahrhundert einbetoniert in den Wänden gefunden und zum Teil wieder freigelegt. Sie waren so unpraktisch zu bedienen, dass zwischen zwei Schüssen gut 20 Minuten vergangen wären. „Wären“, denn zu Kriegszwecken war die Anlage nie im Einsatz. Sie diente Zeit ihres aktiven Lebens immer nur zur Abschreckung.

Benannt ist die Anlage nach dem 12. Präsident der USA, Zachory Taylor. Er war der zweite, der während seiner nur knapp länger als ein Jahr dauernden Amtszeit verstorben ist. Nach der Grundsteinlegung des Washington Monuments soll er eisgekühlte Milch, Gemüse und frische Kirschen zu sich genommen und wenige Tage danach an heftigem Durchfall verstorben sein.

Das passt thematisch zumindest entfernt zu den donnernden Geschützen im Fort, das man kurz nach seinem Ableben 1850 nach ihm benannt hat.

Go West (Di, 25.12.2018)

Der Morgen beginnt mit einem ungewöhnlichen Gast. In einem der Einkaufssackerln bewegt sich etwas. Wir entdecken einen winzigen Leguan, kleiner als ein kleiner Finger („Pinkie“, wie die Amerikaner sagen). Er ist prächtig gefärbt und durch seine Winzigkeit auch keine Spur angsteinflößend. Wir tragen ihn vors Haus und lassen ihn auf die nächste Palme klettern.

Marathon liegt etwa in der Mitte der Inselkette, die sich in weitem Bogen von Norost nach Südwest zieht. Wir wollen heute as äußerste Zipfel fahren, nach Key West.

Unterwegs sehen wir Warnschilder: Achtung, Wildwechsel. Es gibt hier tatsächlich freilebende Hirsche. Angeblich schwimmen sie von Insel zu Insel. Wir sehen aber keins der Wildtiere.

Entlang der Straße stehen noch die Überreste der alten Stahlbrücke. Teile davon werden renoviert, der Rest ist dem Rost zum Fraß überlassen.

Nach einer gute Stunde erreichen wir Key West. Was für ein Unterschied zu Marathon! Hier ist ein wirklicher Ort, sogar ein sehr hübscher. Schmale Gessen, gesäumt von kleinen adrett bemalten Holzhäuschen. Alle besitzen sie eine Veranda, auf denen Schaukelstühle bereit stehen. Platz für Hof oder Garten bleibt keiner. Die meisten Häuser besitzen nicht einmal eine Garage. Ich frage mich, ob die wenigen Parkplätze in den Straßen wohl ausreichen, speziell in der Ferienzeit.

Es ist strahlend schönes Wetter. Hier in der Stadt mit ihren europäisch engen Gassen bemerkt man auch vom Wind nichts. Es herrscht deutlich mehr Leben hier als in Marathon. Die Straßen sind voller Besucher. Auf den Laternenmasten hängen Weinachtskränze mit roten Schleifen. Manche Häuser sind so geschmückt, wie sich die Menschen hier „weihnachtlich“ vorstellen. Blitzibuntigrellzuckerl. Den Vogel schießt eine aufblasbare Schneekugel mit gut eineinhalb Meter Durchmesser ab, in der pausenlos kleine weiße Kugerl als Schneeflocken um Santa und Rudolf rieseln.

Im Zentrum bieten die Andenkenläden das übliche Sortiment. T-Shirts mit lustigen Aufschriften oder mit „Key West“ Motiven. Muscheln, Kunsthandwerk, Schmuck. Zahlreiche Restaurants warten auf Kunden. Mit den öffentlichen Toiletten sieht es mager aus, aber in allen Restaurants und teilweise in den Shops findet sich Ersatz.

Für den Amerikaner scheint es der Gipfel der Lustigkeit zu sein, in einem Ding mit Rädern zu sitzen. Wir sehen mehr als eine Vermietung für besondere Fahrzeuge. Kleine Doppelsitzige Dreiräder sind der Hit, gefolgt von sechssitzigen Golfwagerl. In einem davon sitzt eine Familie mittleren Alters, deren Figur durchaus mehr Bewegung vertragen würde… Sie sind blendend gelaunt, tragen rote Weihnachtsmützen und verteilen an Kinder am Straßenrand Ketten mit glitzernden bunten Plastikperlen.

Nach den Schmetterlingen wollen wir den südlichsten Punkt des US-amerikanischen Staatsgebietes sehen. An einer Stelle der Strandpromenade hat man einen glockenförmigen roten Knubbel errichtet. Eine lange Doppelreihe von Touristen steht Schlange, um ein Selfie damit zu ergattern. In der Reihe entdecke ich auch die rundliche Familie mit dem dicken Kind, die gestern auch bei den Schildkröten waren. Es scheint mir ein wenig verdächtig, dass das Haus daneben noch ein Stückerl weiter südlich zu stehen scheint, aber vermutlich hätten die Besitzer keine Freude mit einer Horde von Touristen im Wohnzimmer.

 

Unterwegs begegnen uns zwei weitere Spezies, die in Key West heimisch sind: massige, gefährlich aussehende Leguane und – Hühner! Auf Key West gibt es eine große Population frei lebender Hühner, die in den Gärten und auf den Straßen herumstolzieren.

Wir sind durstig in der Hitze und genehmigen uns einenn Kokosdrink: eine grüne Kokosnuss mit Strohhalm drin. Es schmeckt leicht ölig-süßlich, aber sehr erfrischend. Ich schätze, dass etwa 0,3 Liter drin sein werden. Als sie leergetrunken ist, beschließen wir, sie heute abend zu öffnen, ob vielleich auch Fruchtfleisch drin ist. So schleppen wir sie den Rest des Tages mit. Leider ist es offensichtlich so, dass nur unreife Kokosnüsse Saft haben. Als ich die Frucht am Abend in der Dusche zertrümmere, liefert sie nur eine ganz dünne Schicht Fruchtfleisch.